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Foyer Foto: Büro Lesemann/Degener

4. November 2021: Hausärztliche Versorgung flächendeckend verbessern – Landarztquote kommt

Um die flächendeckende Versorgung mit engagierten Hausärztinnen und Hausärzten sicherzustellen, soll es künftig eine Landarztquote geben. Die Regierungsfraktionen SPD und CDU werden ein entsprechendes Gesetz in das kommende Landtagsplenum einbringen.

Wer im ländlichen Bereich wie dem Oberharz oder der Wesermarsch lebt, hat oft einen weiten Weg in die nächste Hausarztpraxis. Schon heute ist die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum und in städtischen Regionen ungleich verteilt. Dieses Phänomen wird sich in Zukunft aufgrund des demografischen Wandels noch verstärken: Während der Versorgungsbedarf mit einer alternden Bevölkerung steigt, werden im Jahr 2030 etwa 60 Prozent der rund 5.000 niedergelassenen Hausärzt:innen in Niedersachsen im ruhestandsfähigen Alter sein. Gerade im ländlichen Raum können schon jetzt Hausarztpraxen kaum noch besetzt werden. Daran ändert auch der Sicherstellungsauftrag der eigentlich zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen nichts.

„Um dieser Entwicklung zu begegnen und auch zukünftig eine flächendeckende Versorgung mit engagierten Hausärztinnen und Hausärzten sicherzustellen, haben wir die Landarztquote nach intensiven Gesprächen auf den Weg gebracht“, berichtet Dr. Silke Lesemann. Der Gesetzesentwurf der Regierungsfraktionen wird bereits im kommenden Plenum eingebracht.

Er sieht vor, pro Jahr je 20 Medizin-Studienplätze an den drei niedersächsischen Hochschulstandorten Hannover, Göttingen und Oldenburg bevorzugt an Bewerberinnen und Bewerber zu vergeben, die sich für zehn Jahre auf eine hausärztliche Tätigkeit in mangelversorgten Regionen verpflichten. Sollte die Position vor Ablauf der Frist aufgegeben werden, muss eine Ausbildungsentschädigung von bis zu 250.000 Euro gezahlt werden.

„Die Auswahl der Interessierten basiert auf ihrer fachlichen und persönlichen Eignung für die Arbeit als Landärztin oder Landarzt, die sie durch ihre bisherigen Aktivitäten und schulischen Leistungen, Tests sowie Auswahlgespräche unter Beweis stellen“, so Lesemann. „So stellen wir sicher, dass auch Menschen in dünn besiedelten Regionen einen verlässlichen Zugang zu fähigen und hochmotivierten Medizinerinnen und Medizinern haben.“

Das Gesetz zur Landarztquote sei kein Allheilmittel, aber ein wichtiger, weiterer Schritt zur Verbesserung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum. Bereits 2017 hat die SPD-geführte Landesregierung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen eine strategische Partnerschaft geschlossen und zahlreiche Maßnahmen für eine zukunftssichere Ausgestaltung der ambulanten Versorgung vereinbart. So können unter anderem zukünftige Landärzt:innen ein Stipendium über 400 Euro erhalten, ausgebildete Mediziner:innen werden bei der Gründung einer Praxis auf dem Land unterstützt. Diese Kooperation wird mit dem vorgelegten Doppelhaushalt fortgeführt.

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