Zahl der Studienberechtigten steigt – Studierendenquote stagniert
Die SPD-Fraktion begrüßt die kürzlich vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten zu den steigenden Zahlen der Studienberechtigten 2010. Gleichzeitig weist Dr. Silke Lesemann, Mitglied des Ausschusses für Wissenschaft und Kultur, auf ein ungelöstes Problem hin. „Es ist sehr erfreulich, dass es mehr Absolventen mit Fachhochschulreife und Hochschulreife in Niedersachsen gibt. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 43.580 Absolventen. In Vorjahr waren es noch 39.860. Das entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahr von plus 9,3 Prozent. Die Angaben des Statistischen Bundesamtes enthalten aber leider auch einige Wermutstropfen. So hinkt die Studienberechtigtenquote in 2009 in Niedersachsen mit 42,0 Prozent immer noch hinter der bundesweiten Zahl von 45,9 Prozent hinterher“, sagte Lesemann.
Noch gravierender sei aber die Tatsache, dass die Studierquote stagniere. „Obwohl immer mehr junge Menschen in Niedersachsen die Qualifikation für ein Hochschul- oder Fachhochschulstudium erwerben, bleibt die Zahl der Studierenden nahezu unverändert. Das heißt, es gelingt uns nicht ausreichend, die Studienberechtigten für ein Studium in Niedersachsen zu begeistern“, erklärte Lesemann. Niedersachsen sei mit einer Studierquote von 30 Prozent im Bundesvergleich Schlusslicht. „Die Kluft zwischen Studienberechtigten und tatsächlich Studierenden in Niedersachsen wächst von Jahr zu Jahr. Niedersachsen exportiert seine klugen Köpfe in andere Bundesländer. Und der Landesregierung fällt kein Mittel dagegen ein“, kritisierte Lesemann.
Sie zeigte sich davon überzeugt, dass nach dem Aus für Studiengebühren in Hessen, in Nordrhein-Westfalen und demnächst in Hamburg der Druck auf den Hochschulstandort Niedersachsen weiter wachsen werde. „Niedersachsen isoliert sich mit seinem strammen Studiengebühren-Kurs immer mehr. Anstatt die jungen Leute für unsere Hochschulen und Universitäten zu begeistern, treiben wir sie aus dem Land“, so Lesemann.