„Eine erneute oder weitere Förderung von Mehrgenerationenhäusern ist seitens des Landes derzeit nicht vorgesehen“ heißt es in der Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag zur Zukunft der 56 Mehrgenerationenhäuser in Niedersachsen.

„Uns wird lapidar mitgeteilt, die Kommunen müssten nun zusehen, wie es mit den Mehrgenerationenhäusern weitergehe. Für weitere Förderung sei der Bund zuständig, das Land sehe eine Unterstützung jedenfalls nicht vor", fasst Silke Lesemann die Antwort von Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) zusammen.

„Mit dem Projekt der Mehrgenerationenhäuser hat sich Ursula von der Leyen als Ministerin in Hannover und in Berlin profiliert und gebrüstet. Mit großem Tamtam ist sie damit übers Land gezogen, wohl wissend, dass nach Ablauf der staatlichen Förderung Schluss sein wird mit aller Herrlichkeit. Frau von der Leyen hat mit den Hoffnungen und Wünschen der Menschen, den Lebensplanungen der Beschäftigten und nicht zuletzt mit Steuergeld gespielt, um sich selbst in den Vordergrund zu stellen“, sagt Lesemann.

Ein wichtiges soziales Projekt soll nun still und heimlich beerdigt werden. Mehrgenerationenhäuser wie die vom Mobile e.V. getragene Einrichtung in Pattensen haben sich in Niedersachsen hervorragend entwickelt und vor Ort etabliert. Sie leisten einen großen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenleben, bieten Hausaufgabenhilfen, Familienbetreuungen, Suchtberatungen, Demenzbetreuung, fördern den Austausch von jung und alt und sind häufig Schnittstellen zwischen den Ämtern, Behörden, Schule, Familie und Initiativen.

Das Mehrgenerationenhaus in Pattensen ist ein gutes Beispiel dafür, dass es gelingen kann, einen Teil des Budgets sehr kreativ und engagiert selbst zu erwirtschaften. Die Grenze dafür aber ist weitgehend erreicht, wenn die MGH´s noch soziale Einrichtungen bleiben sollen. Durch die ab 2011 wegfallende staatliche Finanzierungen sind sie in Ihrem Bestand und mit ihrem wichtigen Angebot existentiell bedroht.

In den nächsten Monaten ist die Politik gefordert, für eine verlässliche Zukunft der Mehrgenerationenhäuser in Niedersachsen zu sorgen. „Die verschiedenen Ebenen müssen gemeinsam nach einer Lösung suchen“, fordert Silke Lesemann, „deshalb müssen Bund, Land und Kommune an einem Strang ziehen und dürfen sich nicht gegeneinander ausspielen lassen.“ Dabei sei eine dauerhafte, institutionelle Förderung Grundvoraussetzung.

„Ich will, dass die Mehrgenerationenhäuser in Niedersachsen mit ihrem unverzichtbaren Angebot Zukunft haben“, sagt Silke Lesemann „und nicht alle Jahre wieder um ihre Förderung bangen müssen.“