Leinenachrichten vom 13. Juli 2010
Hürden für Massentierhaltung
Von Kim Gallop
Pattensen. Für die Massentierhaltung, wie den geplanten Putenmaststall in Pattensen, wünscht sich die SPD-Landtagsfraktion einen klaren Ordnungsrahmen. Das teilte jetzt die SPD-Landtagsabgeordnete Silke Lesemann (Sehnde) mit. Wie in Pattensen, seien geplante Geflügelmastställe in Gegenden, in denen es bisher nur wenig Massentierhaltung gab, „ein brisantes Thema“, sagt Lesemann. Der „Stallbauboom“ entlang der Autobahn 7 werde wegen eines geplanten Großschlachthofs für Geflügel in Celle/Wietze mit einer Schlachtkapazität von etwa 57 Millionen Tieren pro Jahr ausgelöst.
„Moderne Landwirtschaft bedeutet nicht Massentierhaltung um jeden Preis“, unterstreicht Lesemann. Sorgen und Kritik der Anwohner wegen Geruchs- und Staubemissionen seien ernst zu nehmen, genauso wie der Tier- und Umweltschutz. Kommunale Entwicklung, Tier-, Verbraucher und Umweltschutz sowie die Zukunft der Landwirtschaft dürften keine Gegensätze mehr sein, sondern müssten miteinander in Einklang gebracht werden. „Es geht nicht darum, Landwirten neue Betätigungsfelder zu verwehren. Die Politik muss hier jedoch einen klaren Ordnungsrahmen setzen, der ein Miteinander von Bevölkerung und Landwirtschaft ermöglicht.“ Die SPD-Landtagsfraktion hat deshalb einige Forderungen aufgestellt. Unter anderem soll das Baugesetzbuch geändert werden. Dies ist allerdings eine Initiative auf Bundesebene. Damit sollen die Genehmigungskriterien verschärft und den Kommunen, wenn sie das Bauvorhaben ablehnen, mehr Handlungsmöglichkeiten gegeben werden.
Nach Auskunft von Lesemann, wurden Vorschriften 2007 gelockert. Seitdem ist eine Filteranlage erst ab 40 000 Stück Geflügel Pflicht. Zudem fordert die SPD Verbesserungen beim Tierschutz und Untersuchung über gesundheitliche Auswirkungen auf Menschen.