Integration ist keine Einbahnstraße

„Gib mir eine Chance“ ist das diesjährige Motto der Woche der Diakonie. Chancen aufzeigen ist auch das Ziel des Jugendmigrationsdienstes im Kirchenkreis Laatzen-Springe, der gestern offiziell sein 20-jähriges Bestehen feierte.

Von Astrid Köhler und Katharina Bengsch

Laatzen. „Integration ist keine Einbahnstraße, sondern ein Bildungsprozess auf beiden Seiten“, sagte Superintendent Detlef Brandes während der Andacht zur 20-Jahr-Feier und verwies auf Beispiele aus der Historie und der Bibel. Das Recht des Fremdlings auf seine Religion und Kultur spiele eine zentrale Rolle. Dies gelte auch für die aktuelle Diskussion, sagte Brandes, der es vermied, Thilo Sarazzin zu nennen.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Silke Lesemann hob anschließend beim Empfang in der Arche die Bedeutung lokaler Angebote hervor, wie sie der Jugendmigrationsdienst bereithält. Politisch, besonders für die Bildung, sei noch viel zu tun, aber „hier gibt es die Kontakte, um Probleme zu lösen“.

Dafür, dass dies mit dem Jugendmigrationsdienst gelingt, steht der Name Martina Soßdorfs, die den Jugendmigrationsdienst seit 18 Jahren leitet. Zunächst Beratungsstelle und offener Treff für junge Menschen aus Osteuropa, hat sich der Jugendmigrationsdienst zum Kompetenzzentrum für interkulturelle Fragen und für Menschen mit verschiedenen Weltanschauungen entwickelt. Rund 50 junge Leute nutzten in den vergangenen Jahren die wöchentlichen Angebote, sagte Soßdorf. Am Abend kamen Ehemalige und Interessierte zum Feiern in die Arche. Als Teil der Woche der Diakonie feierte die Kinderkantine der Immanuelgemeinde am Nachmittag ein Herbstfest rund ums Thema Brot. Organisiert hatten dies Kantinenleiterin und Erzieherin Jeanine Warmboldt sowie Andr Lange vom Diakonischen Werk Hannover. 14 Kinder mahlten Weizenkörner, kneteten vorbereiteten Teig und schoben Rohlinge in den Holzbackofen – zur Freude der rund 20 Diakoniemitarbeiter, Eltern, von Pastorin Sabine Preuschoff-Kleinschmit und Bürgermeister Thomas Prinz. Noch bis morgen gibt es Diakoniebrot in rund 30 Bäckerläden im Kirchenkreis Laatzen-Springe. Vom Verkaufspreis gehen 50 Cent an die Diakonie. In den Geschäften der Calenberger Backstube gilt das Angebot sogar bis Oktober.