Lesemann zum Arbeitsgespräch im Laatzener Rathaus

 

Bürgermeister Jürgen Köhne (links), Dr. Silke Lesemann und Stadtrat Stefan Zeilinger tauschen sich über kommunale Themen aus.

 

Regelmäßig besucht die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Silke Lesemann die Bürgermeister ihres Wahlkreises in ihren Rathäusern, um über kommunale Themen mit Berührungspunkten zur Landespolitik zu sprechen. Heute hat Lesemann dem Laatzener Bürgermeister Jürgen Köhne (CDU) einen Besuch abgestattet.

 

Beim Thema Schulsozialarbeit freute sich die wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, dass die SPD-geführte Landesregierung 1000 Stellen geschaffen hat: „Laatzen profitiert mit zwei Stellen von dieser Maßnahme. Mir ist aber auch klar, dass der Bedarf in Laatzen viel größer ist.“ Sie selbst macht sich regelmäßig ein Bild über die Lage in den Schulen.

Bürgermeister Köhne sprach unter anderem das Thema Schulbegleitung im Rahmen der Inklusion an: Inklusive Bildungsangebote sollen Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen und mit einem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung den gleichberechtigten Zugang zu allen Angeboten des Unterrichtes und der Erziehung in Schulen ermöglichen. Leider ende diese Begleitung nach Schulschluss, so dass die sozialpädagogischen Fachkräfte während der Betreuungszeiten im Hort mit den gleichen Problematiken zurechtkommen müssen, ohne hierfür eine personelle Unterstützung für die teilweise erforderliche 1:1 Betreuung zu erhalten, meinte Köhne.

Ein weiterer Punkt dieses Arbeitsgespräch betraf die Finanzierung der geforderten Vertretungskräfte in Kindertagesstätten. „Zwar sollen die Kommunen zur Aufrechterhaltung des Kita-Betriebes ausreichend Vertretungskräfte vorhalten, hierfür gibt es aber keinen finanziellen Ausgleich vom Land.“, bemängelte Köhne. Der CDU-Bürgermeister erläuterte auch seinen Eindruck zur Lage der Lehrerinnen und Lehrer im Allgemeinen. „Anlässlich des Beschwerdebriefes der Lehrerschaft der Grundschule Im Langen Feld wird das Leid der Pädagoginnen und Pädagogen deutlich.“ Durch die Anforderungen von Inklusion und die Konzentration von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund an einzelnen Schulstandorten sind viele neue Herausforderungen auf das Personal zugekommen. „Ich nehme diese Sorgen sehr ernst.“, so Lesemann, die plant, die betroffenen Schulen zu besuchen.

Stadtrat Stefan Zeilinger wies in dem Gespräch auch auf den besonderen Raumbedarf bei der Umstellung der Gymnasial-Zeit von acht auf neun Jahre (G8/G9) hin. Die Stadt sei in einem guten Austausch mit der Albert-Einstein-Schule, erwarte hier aber eine Kostenbeteiligung des Landes, da unter Umständen Raummodule den erhöhten Raumbedarf kompensieren müssen.

„Mir ist klar, dass die Kommunen finanziell unter Druck stehen. Ich nehme diese Anregungen gerne auf, um sie an entsprechender Stelle zu diskutieren. Mir ist wichtig, dass am Ende was für die Kommunen passiert“, so Lesemann am Ende des Gesprächs. Abschließend wies die Landtagsabgeordnete darauf hin, dass in den nächsten Jahren 800 Millionen Euro für den sozialen Wohnungsbau in Niedersachen zur Verfügung stehen werden. Aktuell werde ein Programm mit Förderrichtlinien ausgearbeitet. Zeilinger begrüßte diese Initiative, da der soziale Wohnungsbau in Laatzen stark vorangetrieben werden müsse.